Vier Tage lang öffnete das Modehaus in der Rue Saint-Martin 325 im Juni seine Pforten für die Öffentlichkeit, um ein einzigartiges sensorisches Erlebnis zu bieten. Der Titel der Ausstellung: „And Gaultier Created Man: Le Male – Past, Present, Future“ – eine Hommage an den legendären Duft „Le Male“ von Jean Paul Gaultiers unverwechselbarer Vision von Männlichkeit. 1995 schuf das Enfant terrible der Mode den Duft Le Male: Der männliche Körper wurde zum Objekt der Begierde, der sich stolz in seinen Marinière-Matrosenstreifen präsentiert. Als Symbol für eine selbstbewusste, non-konforme Männlichkeit wurde Le Male zu einem Matrosen, der ohne Codes und Grenzen von Hafen zu Hafen segelte, mit der Freiheit als einzigem Kompass. Genauso revolutionär sprengte der von Francis Kurkdjian komponierte Duft die traditionellen Regeln der Herrenparfümerie mit seiner zugleich frischen und sinnlichen Mischung aus Lavendel und heißer Umkleidekabine. Die Ausstellung wurde als „Factory of Pleasure“ in drei Akten konzipiert, die die olfaktorische Struktur eines Duftes widerspiegeln: Kopfnote, Herznote und Basisnote. DIE KOPFNOTE Eine Hommage an Gaultiers Vision von Maskulinität. Als Pionier von inklusiver Mode und Verbündeter der LGBTQI+ Community hat Gaultier immer Identitäten gefeiert, die die Norm herausfordern. Le Male ist eine Hommage an Visionäre wie Cocteau, Genet, Fassbinder und Tom of Finland – Künstler:innen, die von freien, ungefilterten Körpern träumten, um Selbstexpression zu leben. Dazu gehören Korsetts und Röcke für Männer: provokative Designs, die neu definieren, was es bedeutet, männlich zu sein. Wie feiert man eine Ikone? Indem man einzigartiges Event schafft, das Einblick und Überraschung zugleich bietet. And Gaultier Created MAN... LE MALE 2000 @Jean-Baptiste Mondino for Jean Paul Gaultier. PROFILE 4/2025 22 schönheit MARKEN+MENSCHEN
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