Profile 4-2025

DIE HERZNOTE Hier tauchen die Sinne in die berauschende Welt von Le Male ein: Sensorische Installationen und XXL-Flakons mit Kurven, die wie verbotene Früchte zum Anfassen einladen. Die Luft ist schwer vor Hitze, während schweißgetränkte Podeste und ein Chor von Le-Male-Flankierern eine Spur unwiderstehlicher Düfte verströmen. DIE BASISNOTE Der letzte Akt würdigte Gaultiers Vermächtnis furchtloser Kreativität durch eine neue Welle radikaler Künstler:innen. Harry Nuriev kreierte einen Raum ganz aus der ikonischen Metalldose von Le Male. Mahmoud Khaled und Alireza Shojaian bedeckten die Wände mit zarten, erotischen Fotografien und Gemälden. Der politische Soundtrack des palästinensischen Performers Bashar Murad pulsierte durch den Raum. Der Künstler Pepo Moreno verwandelte sich in „Dame Pepo“ und empfängt die Besucher mit einer multisensorischen Installation. Und Studierende der Kunsthochschule ECAL in Lausanne eroberten die berühmte Büste mit einem rebellischen „Festival deCan“ zurück – ein Beweis dafür, dass jede Revolution auf der Straße beginnt. Diese Ausstellung feierte die Kunst und die Vielfalt und vereint Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem mutigen Manifest. Le Male ist nicht nur ein Mann. Er ist viele Männer auf einmal. Warum? Because Gaultier said so. LE MALE 2003 @Jean-Baptiste Mondino for Jean Paul Gaultier. PROFILE 4/2025 23

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