< Editorial © Reimo Schaaf Mit besten Grüßen Ihr Frank Gehlen Bundesvorsitzender Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, es ist vollbracht, die Redaktionsverhandlungen zum Tarifabschluss vom 6. April 2025 sind zu Ende. Jetzt steht die Zahlbarmachung für die tarifbeschäftigten Kolleginnen und Kollegen bevor. Wir erwarten, dass mit der Auszahlung der Septemberentgelte auch die Einarbeitung der Entgeltsteigerung durch den Tarifabschluss auf den Bankkonten ankommt. Die Dauer der Verhandlungen nach dem eigentlichen Tarifabschluss zeigt, dass die Klärung von Detailfragen zu einem solch komplexen Tarifabschluss wie 2025 im Nachgang inzwischen länger braucht. Es gilt allerdings die Absprache der rückwirkenden Zahlung ab dem Tarifabschluss. Nachdem das nun erledigt wird, steht die nächste Herausforderung vor der Tür: die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Bundesbeamtinnen und -beamten sowie die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger. Aus Anlass meiner Besuche im Bundeskanzleramt sowie im Bundesinnenministerium habe ich die Bedeutung der zeitnahen Übertragung einerseits und die klare Ansage aus dem Kanzleramt gegenüber den Beteiligten BMI und BMF bei der Notwendigkeit auch in Zeiten schwieriger Haushaltslagen hinterlegt und gefordert. Es gibt Signale, einerseits eine abschließende Lösung noch in diesem Jahr gesetzgeberisch fertig zu bekommen. Andererseits deuten sich auch bei den einzelnen Themenfeldern bereits mögliche Konflikte an. Bekannt ist aufgrund der unterschiedlichen Statusgruppen, dass Teile des Tarifabschlusses rein rechtlich gar nicht 1 : 1 übertragbar sein werden. Somit stellen sich in diesem Zusammenhang weitere Fragen, die nicht nur für diese Einkommensrunde relevant sein werden. Was geschieht mit Bestandteilen eines Tarifabschlusses, die nicht übertragbar sind? Das bleibt ein herausforderndes Feld. Gemeinsam mit unserer Dachorganisation dbb werden wir die zu klärenden Fragen jetzt angehen. Hinzu kommt, dass es den letzten Bundesregierungen nicht gelungen ist, einen Besoldungsreformvorschlag vorzulegen, der sich mit den Vorgaben aus den Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes zur amtsangemessenen Alimentation übereinbringen lässt. Auch hierzu muss es noch in diesem Jahr einen neuen Vorschlag geben; dies habe ich auch gegenüber dem Bundesinnenminister so vorgetragen. Mir ist klar, dass der Staat für beide Projekte – Übertragung des Tarifergebnisses und amtsangemessene Alimentation – viel Geld in die Hand nehmen muss. Aber die Kolleginnen und Kollegen der Bundesverwaltung sind es wert, denn sie halten dieses Land am Laufen, auch in solchen kritischeren Lagen, wie sie uns derzeit begleiten. Der Abschlussbericht der Initiative für einen handlungsfähigen Staat liegt uns allen vor und liest sich wie ein Ankündigungskatalog, oftmals ohne Konkretisierung. Wir haben das ausführlich kommentiert und bleiben dazu im Austausch mit der Bundesregierung. Auch wir sehen im vbob die Notwendigkeit von Anpassungen, aber pauschale Stellenkürzungen haben noch nie zu Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Bundesverwaltung geführt. Sie sind beliebig, diesmal acht Prozent. Und sie werden mitten in der stärksten Phase des demografischen Wandels zu nichts anderem führen als zu zusätzlicher Belastung bei den Kolleginnen und Kollegen. Notwendige Aufgabenkritik als Argument wird zwar gesehen und akzeptiert, von Umsetzung aber keine Spur. Mit weniger Menschen mehr Aufgaben erledigen – ein merkwürdiger Ansatz. Den Rest macht dann die Digitalisierung und das neu gegründete Ministerium, da wird alles schneller und einfacher. Das sehen und erleben die Beamtinnen und Beamten gerade in der digitalisierten Beihilfebearbeitung – teilweise berichten Mitglieder im hohen fünfstelligen Bereich –, die deutlich verlängerte Bearbeitungszeiten und unzumutbare finanzielle Belastungen über Monate nach sich zieht. Das geht so nicht, hat hoffentlich keinen Modellcharakter und das muss endlich abgestellt werden. Dazu haben wir die zuständige Behörde angeschrieben und aufgefordert, das schnell abzustellen. Zur staatlichen Resilienz gehört auch, im Zivil- und Katastrophenschutz angemessen ausgestattet zu sein und auf diesen enorm wichtigen Einsatz für die Menschen hinzuweisen. Ich freue mich deshalb, dass wir in dieser Ausgabe das 75-jährige Bestehen des Technischen Hilfswerkes entsprechend würdigen können. Ich danke stellvertretend für die vbob Familie den THWlern für ihren großartigen Einsatz zum Schutz der Bevölkerung! Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir bereiten zurzeit das eigene Jubiläumsjahr 2026 vor. Der vbob wird dann 75 Jahre jung. Ich habe den Bundesinnenminister bereits zu einem Festakt eingeladen. Der vbob ist allerdings stark bei Ihnen vor Ort, wo Sie den Kolleginnen und Kollegen persönlich begegnen und ich bitte Sie bereits heute um Ihre aktive Teilnahme und Mitwirkung vor Ort im Jubiläumsjahr, denn wir alle gemeinsam sind der vbob! Wir geben Ihnen rechtzeitig Informationen zu den Planungen. Werben Sie weiter für Mitgliedschaften in unserer Solidargemeinschaft – Nähe ist unsere Stärke! 3 vbob Gewerkschaft Bundesbeschäftigte vbob Gewerkschaft Bundesbeschäftigte > vbob Magazin | Juli/August 2025
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