vbob Magazin 1-2/2026

< Editorial Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht … Die Art und Weise, wie die politischen Parteien und die (Boulevard-)Medien immer wieder und gerade zurzeit intensiv mit der Fragestellung des Berufsbeamtentums umgehen, macht mich sprachlos. Eines der vielen Beispiele: Im Vorfeld des CDU-Parteitages kündigt die Vorsitzende der CDUMittelstandsvereinigung (der politischen Heimat des CDU-Generalsekretärs Linnemann) an, den Antrag einzubringen, Verbeamtungen flächendeckend nicht mehr durchzuführen, mit Ausnahme von Polizei und Justiz, „die diesen Staat tragen“, und folgt damit letztlich den Aussagen und Forderungen Linnemanns. Zur Begründung führt sie (öffentlich) aus: „Der Staat darf kein attraktiverer Arbeitgeber sein als der Mittelstand. Damit verzerren wir den Arbeitsmarkt auf Kosten der Betriebe, die unseren Wohlstand erwirtschaften.“ Sagt eine ausgebildete Rechtsanwältin und Berufspolitikerin, die seit 24 Jahren im Deutschen Bundestag sitzt, augenblicklich Parlamentarische Staatssekretärin in einer obersten Bundesbehörde ist, staatlicherseits mit B 11 und den Abgeordnetendiäten vergütet wird und sich trefflich von der Arbeit derjenigen durch das Berufsleben tragen lässt, die sie gerne zugunsten der mittelständischen Industrie abschaffen will. Unglaublich, oder? Welches Staatsverständnis kann man Politik noch unterstellen? Bundesinnenminister Dobrindt hat in Köln gesagt, er wisse, dass es auch innerhalb der Bundesregierung andere Auffassungen zum Berufsbeamtentum gäbe und er stelle sich diesen entgegen. Jetzt wissen wir wieder ein Stück mehr, was oder wen er damit meinte. Uns hat er in der klaren Haltung für den Erhalt des Berufsbeamtentums jedenfalls an seiner Seite. Sie haben vielleicht mitbekommen, dass das immer noch in Gründung befindliche Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung ein Mitmachportal eingerichtet hat, in welchem Vorschläge beispielsweise für den Bürokratieabbau gemacht werden können. Auch wir sammeln derzeit Vorschläge und Ideen zum Bürokratieabbau und haben unseren Partnern in der Bundespolitik zugesagt, diese unmittelbar einzuspeisen. Haben Sie konkrete Vorschläge, wie sich Ihre Arbeit beispielsweise durch Streichung oder Neu-/Umformulierung von Regelwerk vereinfachen oder erleichtern könnte? Leiten Sie diese gerne an uns weiter, ich freue mich darauf. Im Jahr 2026 beginnen auch die Vorbereitungen für den Gewerkschaftstag des vbob im Juni 2027. Daher trifft sich der Bundesvorstand zu einer ersten Präsenztagung im Zusammenhang mit dem Jahresauftakt des vbob. Gemeinsam beginnen wir nun die Planungen für den vbob in den kommenden sieben Jahren. Anregungen, Ideen und Vorschläge sind selbstverständlich auch seitens der Mitglieder, der Fachgruppen und aus den Kreisen der vbob Mandatsträgerinnen und Mandatsträger möglich und erwünscht. Als Mitmachorganisation brauchen wir auch Ihrer aller Ideen. Mit besten Grüßen Ihr Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, ich hoffe mit meinen Kolleginnen und Kollegen des Bundesvorstandes für Sie auf ein gesundes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr 2026! Für uns im vbob vollenden sich im Juni 75 Jahre Interessenvertretung für die Beschäftigten in der Bundesverwaltung. Wir blicken gemeinsam mit Stolz auf die Entwicklung unserer Gewerkschaft Bundesbeschäftigte und planen auch in diesem Jubiläumsjahr eine Vielzahl von Aktionen und Begegnungsformaten, die wir Ihnen als Mitglied jeweils einzeln ankündigen und dazu einladen werden. Unsere Mitgliederwerbeaktion im Jubiläumsjahr ist bereits gestartet und verspricht für Werbende ebenso wie für Geworbene neben den Vorteilen einer Mitgliedschaft im vbob auch attraktive Werbeprämien. Sie finden Nachrichten hierzu auch auf Facebook, Instagram und LinkedIn. Schauen Sie vorbei, teilen und liken Sie uns. Werben Sie weiter Mitglieder mit uns. Wir freuen uns auf ein gemeinsames und aktives Jubiläumsjahr des vbob! Der Arbeitsalltag hat uns mit der Jahrestagung des dbb am 12./13. Januar 2026 bereits eingeholt. Trotz wetterbedingter Kapriolen mit Wirkung auf die DB haben auch die Teilnehmenden unserer vbob Delegation rechtzeitig Köln erreicht. Beginnend mit dem Empfang in der Kölner Flora und mit zweitägiger Arbeitstagung inklusive prominenter Redner aus Bundes- und Landespolitik sind die Themen zu Anfang des neuen Politikjahres für den öffentlichen Dienst gesetzt. Lesen Sie hierzu gerne den Leitartikel in dieser Ausgabe. Auch 2026 stehen wir wieder vor der Herausforderung, die merkwürdige Allianz von Politik und Medien im Bereich des Bashings des Berufsbeamtentums mit Sachverstand und Fakten zu durchbrechen. Hinzu kommt ein Bundeskanzler, der das Arbeitszeitgesetz abschaffen und die Lebensarbeitszeit verlängern möchte, die Rentenkommission wird ständig parteipolitisch beatmet und soll „unabhängige“ Ergebnisse liefern und viele weitere Entwicklungen. © Reimo Schaaf Frank Gehlen Bundesvorsitzender 3 vbob Gewerkschaft Bundesbeschäftigte vbob Gewerkschaft Bundesbeschäftigte > vbob Magazin | Januar/Februar 2026

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