vbob Magazin 9/2026

Buchtipp Wenn das Bollwerk der Demokratie bröckelt Ein gut funktionierender öffentlicher Dienst ist das beste Bollwerk gegen Extremismus. Seine Beschäftigten sind der Verfassung verpflichtet und sollen den Staat davor schützen, Instrument einzelner politischer Interessen zu werden. Was aber, wenn genau dieser öffentliche Dienst von demokratiefeindlichen Gruppen unterwandert wird? Mit dieser Frage beschäftigen sich Tom Mannewitz und Tom Thieme in ihrem Buch „Heimliche Übernahme – Angriff der Demokratiefeinde auf Justiz, Polizei, Schule und Verwaltung“. Beide Autoren forschen seit Jahren zu den Gefahren von politischem Extremismus und beobachten, dass es dabei schon längst nicht mehr nur darum geht, parlamentarische Mehrheiten zu gewinnen. Wer politische Ziele durchsetzen will, braucht dafür den öffentlichen Dienst. Deswegen nehmen insbesondere Rechtsextremisten staatliche Institutionen wie Justiz, Polizei und Verwaltung ins Visier. Ziel ist es, die Demokratie zu schwächen, die Handlungsfähigkeit des Staates zu lähmen und somit das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihn zu beschädigen. In acht Kapiteln analysieren Mannewitz und Thieme anhand konkreter Beispiele, wie dabei vorgegangen wird. Ob durch „Papier Terrorismus“, bei dem sogenannte Reichsbürger und bürgerinnen die Justiz und Verwaltung mit substanzlosen Anliegen überlasten, oder durch Meldeplattformen der AfD, auf denen Schüler und Schülerinnen ihre Lehrkräfte denunzieren sollen – die Strategien sind vielfältig, das Vorgehen ist systematisch. Auch die gezielte Unterwanderung des öffentlichen Dienstes zählt dazu. Ideologisch Gleichdenkende werden zum Beispiel dazu ermutigt, sich auf Stellen im Bildungssektor und in der Justiz zu bewerben, um so den öffentlichen Dienst Stück für Stück „auf Linie“ zu bringen. Das Buch führt deutlich vor Augen, wie sehr der öffentliche Dienst Ziel von Demokratiefeinden geworden ist, und erinnert daran, dass Demokratie kein Selbstläufer ist. Wenn die Politik und der öffentliche Dienst jedoch bereit sind, Abläufe zu überdenken und wirksame Schutzmechanismen zu etablieren, ist es für eine resilientere Demokratie noch nicht zu spät. wim Aufruf zu den SBV-Wahlen 2026 Schwerbehindertenvertretungen stärken Wenn es um Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Inklusion und echte Teilhabe geht, braucht es Menschen, die sich mit Leidenschaft und Kompetenz für die Interessen schwerbehinderter sowie gleichgestellter Kolleginnen und Kollegen einsetzen. Vom 1. Oktober bis 30. November 2026 werden die Schwerbehindertenvertretungen gewählt. Die Schwerbehindertenvertretung ist mehr als nur eine gesetzlich vorgesehene Interessenvertretung. Sie ist Ansprechpartnerin, Wegbegleiterin, Unterstützerin und starke Stimme für diejenigen, die im Arbeitsalltag häufig vor besonderen Herausforderungen stehen. Sie setzt sich dafür ein, dass Rechte gewahrt, Barrieren abgebaut und Chancen eröffnet werden. Sie sorgt dafür, dass die Belange schwerbehinderter Menschen nicht übersehen werden, und begleitet Beschäftigte, wenn Unterstützung benötigt wird. Mit Ihrer Stimme bestimmen Sie, wer in den kommenden vier Jahren Ihre Interessen gegenüber Dienststelle oder Arbeitgeber vertritt. Eine hohe Wahlbeteiligung verleiht der Schwerbehindertenvertretung Rückhalt und Gewicht. Je stärker das Mandat, desto stärker die Stimme für Inklusion, Gesundheitsschutz, Barrierefreiheit und faire Arbeitsbedingungen. Demokratie lebt vom Engagement. Deshalb brauchen wir Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und für die Schwerbehindertenvertretung zu kandidieren. Wer sich engagiert, kann konkrete Verbesserungen erreichen und das Arbeitsleben vieler Menschen positiv beeinflussen. Als dbb wissen wir: Fortschritt entsteht dort, wo Beschäftigte zusammenstehen und ihre Interessen gemeinsam vertreten. Eine starke Schwerbehindertenvertretung ist ein wichtiger Bestandteil solidarischer Interessenvertretung und gelebter Inklusion. Deshalb unser Aufruf: Gehen Sie wählen! Unterstützen Sie die Kandidatinnen und Kandidaten unserer dbb Mitgliedsgewerkschaften! Mit kollegialen Grüßen Volker Geyer, dbb Bundesvorsitzender 44 INTERN vbob Magazin | dbb seiten | September 2026

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