mens ist problematisch. Die Besoldung muss sich an der tatsächlichen Lebensrealität der Beschäftigten orientieren und darf nicht auf Annahmen über private Lebensverhältnisse beruhen. Ein moderner Staat braucht attraktive Arbeitsbedingungen. Dazu gehört eine faire und verfassungsgemäße Bezahlung. Gerade angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst darf die Wettbewerbsfähigkeit des Staates als Arbeitgeber nicht geschwächt werden. < Arbeitszeit: Flexibilität ja – aber nicht auf Kosten der Beschäftigten Auch die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes zeigt den Spannungsbogen zwischen wirtschaftlichen Interessen und Beschäftigtenschutz. Die Umstellung von täglicher auf wöchentliche Höchstarbeitszeit kann mehr Flexibilität ermöglichen. Sie darf jedoch nicht dazu führen, dass der bewährte Schutz des AchtStunden-Tages ausgehöhlt wird. Der öffentliche Dienst kennt die Realität bereits heute: Viele Beschäftigte leisten zusätzliche Arbeit, übernehmen Verantwortung und sichern trotz knapper Personalressourcen die Funktionsfähigkeit von Behörden. Eine Ausweitung der Arbeitszeit darf deshalb nicht als Ersatz für fehlendes Personal dienen. Der Staat muss vielmehr in Personalgewinnung, Digitalisierung und moderne Arbeitsbedingungen investieren. Flexibilität funktioniert nur auf Grundlage von Vertrauen und guter Zusammenarbeit. Arbeitszeitmodelle müssen den Menschen dienen – nicht umgekehrt. < Vertrauen statt Misstrauen Auch die Diskussion um die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag reiht sich in eine Entwicklung ein, die stärker auf Kontrolle setzt. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben gerade in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen. Sie während einer Erkrankung zusätzlich mit bürokratischen Hürden zu belasten, löst keine strukturellen Probleme im Gesundheitswesen. Der vbob steht für eine Arbeitskultur, die auf Vertrauen, Eigenverantwortung und gegenseitigem Respekt basiert. Wer Motivation und Leistungsbereitschaft erhalten möchte, muss Beschäftigte ernst nehmen und darf sie nicht unter Generalverdacht stellen. < Ein starker Staat braucht starke Beschäftigte Die aktuellen Debatten machen deutlich: Der öffentliche Dienst befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen Reformdruck und wachsender Verantwortung. Veränderungen sind notwendig, doch sie müssen mit Augenmaß erfolgen. Der vbob wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass politische Entscheidungen auf Fakten beruhen und die besondere Bedeutung des öffentlichen Dienstes berücksichtigt wird. Ein handlungsfähiger Staat entsteht nicht durch Einsparungen an der falschen Stelle. Er entsteht durch Menschen, die Verantwortung übernehmen – und durch Rahmenbedingungen, die ihnen ermöglichen, diese Verantwortung auch dauerhaft wahrzunehmen. lb Wir gratulieren … Ehrung im vbob mit einer Urkunde und der silbernen Ehrennadel 25 -jährige Mitgliedschaft > Stefan Franksmann vbob Fachgruppe Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Ehrung im vbob mit einer Urkunde 40 -jährige Mitgliedschaft > Markus Krämer vbob Fachgruppe Bundesanstalt Technisches Hilfswerk > Lars Möller vbob Fachgruppe Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Wir ehren mit einer Urkunde und der goldenen Ehrennadel zur 50 -jährigen Mitgliedschaft > Horst Klein vbob Fachgruppe Bundesanstalt für Immobilienaufgaben > Roland Vogt vbob Fachgruppe Bundesanstalt für Immobilienaufgaben © neirfy/stock.adobe.com 11 vbob Gewerkschaft Bundesbeschäftigte
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