vbob Magazin 5/2025

Auch hier hat es bis heute keine Einlösung des Vertrauensvorschusses durch den Dienstherrn Bund gegeben, dieses Entgegenkommen der eigenen Beschäftigten zurückzuzahlen, auch in diesem Gesetzespaket findet sich dazu kein Wort. Wenn jetzt durch die Vorschläge erneut Vertrauen missbraucht wird, sei es durch haushalterisch bedingte und von den Kolleginnen und Kollegen so bewertete „weitere Taschenspielertricks“ oder eine erneute Verlagerung von Rechtsanspruch und höchstrichterlicher Überprüfung der Maßstäbe in die Zukunft, dann verliert man als Bundesbeamtin und als Bundesbeamter das Vertrauen in seinen Dienstherrn erneut und ein weiteres Mal. Mit dieser Hypothek geht nun die aktuelle Bundesregierung trotz des anerkannt notwendigen Reformbedarfs auch mit den vorgelegten Änderungen am Besoldungs- und Beamtenversorgungsgesetz in die Geschichte ein. Die gewollte oder ungewollte Missachtung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes schwächt zudem das Vertrauen in die Demokratie und den Rechtsstaat, für dessen Erhalt und deren Durchsetzung die Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten jeden Tag neu garantieren. fg © Shutterstock < Kommentar Gemeinsam gegen Beamten-Bashing Der dbb ließ auch 2025 wieder untersuchen, wie der öffentliche Dienst und seine Leistungen von den Bürgerinnen und Bürgern in der Bundesrepublik wahrgenommen werden. Ein Ergebnis: Im gleichen Maße, wie sich die Einstellung negativer gestaltet, die Bürgerinnen und Bürger zur Politik beziehungsweise zur aktuellen Bundesregierung haben, wandelt sich auch das Bild, das Bürgerinnen und Bürger von Beamten haben, zum Negativen. > Beamten-Bashing als Ablenkungsmanöver Dies liegt auch bedingt an einer zunehmend kritischen, oft unkommentiert bleibenden Presselage. Man braucht sich nur einmal einige Meldungen der letzten Wochen anschauen: „Pensionslawine rollt auf uns zu“; „Hohe Kosten: Brauchen wir so viele Beamte?“; „… drastische[r] BeamtenStopp [gefordert]: So kann der Staat tatsächlich sparen“. Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung wie der Opposition überbieten sich geradezu dabei, vor allem die Pensionszahlungen an Beamtinnen und Beamten als Ursache für Rentenlücken und hohe Staatsausgaben zu identifizieren. Die umgangssprachlich als „Bashing“ benannte heftige, herabsetzende Kritik kann, so scheinen manche Politiker zu hoffen, von der eigenen Ideenlosigkeit oder vom fehlenden Reformwillen ablenken. Es ist vor diesem Hintergrund kaum überraschend, dass – wie zum Beispiel die Bürgerbefragung „öffentlicher Dienst 2025“ des dbb darstellt – aktuell deutlich mehr Befragte als zuletzt (50 Prozent, +7 Prozent im Vergleich zu 2024) der Meinung sind, dass der öffentliche Dienst die Steuerzahler zu viel Geld koste. > Erklären, erläutern und um Verständnis werben: auch nach Dienstschluss Positiv sollte für uns allerdings bleiben, dass immerhin noch 41 Prozent der im Rahmen der dbb Studie befragten Personen nicht der Meinung sind, dass Beamte zu viel kosten. Trotz der immer kürzeren Halbwertszeit von Nachrichten und trotz der verkürzten Darstellungen, die durch soziale Medien und Kurznachrichtendienste noch verstärkt werden, dringt unsere überlegte, ausgewogene – und nicht auf Klickzahlen und Empörungsspiralen ausgerichtete – Berichterstattung weiterhin durch. Wir als vbob werden uns deshalb auch weiter dafür einsetzen, Dinge richtigzustellen, zu einfache Lösungen als „weiße Salbe“ zu entlarven und auch komplizierte Sachverhalte zu erläutern. Ein herzlicher Dank aber auch allen, die auch „nach Dienstschluss“ im Familien- und Freundeskreis, im Verein, bei der Veranstaltung oder beim Kaffeekränzchen, erläutern, informieren und werben; allen, die immer wieder die entsprechenden – oft sicher nicht vergnügungssteuerpflichtigen – Austausche suchen. Katrin Kowalczyk 8 vbob Gewerkschaft Bundesbeschäftigte vbob Gewerkschaft Bundesbeschäftigte > vbob Magazin | Mai 2026

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