vbob Magazin 9/2026

NACHRICHTEN Gute Ausbildungsbedingungen von Anfang an Die Tarifverhandlungen zur Pflegefachassistenzausbildung zwischen den Gewerkschaften dbb und ver.di sowie der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben begonnen. In der ersten Verhandlungsrunde am 7. Juli 2026 wurden die Grundlagen für die tarifliche Ausgestaltung des neuen bundeseinheitlichen Ausbildungsgangs diskutiert. Ziel der Gewerkschaften ist es, für die künftigen Auszubildenden attraktive und verlässliche Ausbildungsbedingungen tarifvertraglich abzusichern. „Mit der Pflegefachassistenzausbildung wird ein neuer wichtiger bundeseinheitlicher Ausbildungsweg in der Pflege geschaffen. Jetzt gilt es, die tariflichen Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass die Ausbildung attraktiv wird und gute Perspektiven bietet“, betont Andreas Hemsing, dbb Fachvorstand Tarifpolitik. Die Arbeitgeberseite blieb in dieser ersten Verhandlungsrunde allerdings hinter den Erwartungen zurück. Statt eines konkreten Angebots wurden zunächst überwiegend grundsätzliche Positionen ausgetauscht. Der dbb erwartet für die kommenden Verhandlungen mehr Verbindlichkeit, um zeitnah tragfähige tarifliche Regelungen für die Pflegefachassistenzausbildung vereinbaren zu können. Pflegefachassistenzausbildung Austausch mit Österreich Starke öffentliche Dienste für Handlungsfähigkeit Mitglieder einer dbb-Delegation haben in Wien mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) über die Staatsmodernisierung gesprochen. Fazit: Es gibt noch viel zu tun. Der dbb und die österreichische Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) wollen ihre gewerkschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. „Deutschland und Österreich stehen vor vergleichbaren Herausforderungen, sei es mit Blick auf den Fachkräftemangel oder angespannte Haushaltslagen“, sagte der dbbBundesvorsitzende Volker Geyer bei einem Treffen in Wien am 10. August 2026. „All das darf nicht zu einer Schwächung des öffentlichen Dienstes führen. Denn handlungsfähige Staaten brauchen starke öffentliche Dienste. Gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Alterssicherungen sind dabei unerlässlich.“ Der dbb und die GÖD wollen einen intensiven Erfahrungsaustausch etablieren. Geyer: „Die Herausforderungen enden nicht an nationalen Grenzen. Deshalb müssen auch die Gewerkschaften ihre Zusammenarbeit intensivieren, gemeinsame Positionen frühzeitig abstimmen und mit einer starken Stimme für gute Arbeit und leistungsfähige öffentliche Dienste eintreten.“ Auch die Staatsmodernisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz waren Gegenstand der Gespräche. „Digitalisierung ist eine staatliche Kernaufgabe und kein Instrument für kurzfristige Personaleinsparungen“, betonte Andreas Hemsing, dbb Vize und Fachvorstand Tarifpolitik. „Digitale Anwendungen und künstliche Intelligenz können Beschäftigte entlasten und Verwaltungsleistungen verbessern. Das gelingt aber nur, wenn die Beschäftigten frühzeitig beteiligt und systematisch qualifiziert werden. Digitalisierung gelingt nur im Schulterschluss mit den Beschäftigten!“ Für den Einsatz von KI im öffentlichen Dienst brauche es klare Grundsätze, resümierte Hemsing. „Der öffentliche Dienst arbeitet mit hochsensiblen Daten, etwa im Gesundheitswesen oder beim Finanzamt. Transparenz, Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und die menschliche Verantwortung sind nicht verhandelbar.“ _ Bündnis für einen starken Staat Politik, Wirtschaft, öffentlicher Dienst und Gewerkschaften müssen ein Bündnis schmieden, um Deutschland zu stärken und seine Krisenresilienz zu festigen. „Dass laut aktueller dbb Bürgerbefragung nur noch 17 Prozent der Bevölkerung den deutschen Staat für handlungsfähig halten, ist eine Katastrophe und nicht hinnehmbar“, erklärte der dbb Bundesvorsitzende Volker Geyer am 30. Juli 2026 in Berlin. „Ich fordere die Politik auf, ein breites Bündnis mit den relevanten gesellschaftlichen Gruppen, mit Wirtschaft, öffentlichem Dienst und Gewerkschaften zu schließen, um bei den drei wichtigsten Themen – Wirtschaftswachstum, Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme und öffentlicher Infrastruktur – endlich voranzukommen.“ Bei all diesen Themen können die Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Dienstes Entscheidendes beitragen. Geyer: „Sie haben den Sachverstand. Die Beschäftigten wollen helfen und wissen am besten, wo Strukturen intransparent, Regelungen ineffizient und Abläufe überbürokratisiert sind. So lassen sich enorme Modernisierungsreserven aktivieren, die wir dann in eine Stärkung Deutschlands investieren können. Statt auf teure externe Berater zu hören, sollte die Politik das Know how im öffentlichen Dienst selbst heben, denn da liegt Deutschlands wahre Stärke.“ Öffentlicher Dienst dbb-Chef Volker Geyer und dbb-Vize Andreas Hemsing im Gespräch mit Otto Aiglsperger, Dr. Eckehard Quin und Dr. Norbert Schnedl von der österreichischen Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (von links). © dbb 18 AKTUELL vbob Magazin | dbb seiten | September 2026

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