UMFRAGE dbb Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2026 Vertrauen in den Staat im Sinkflug © Marco Urban dbb-Chef Volker Geyer stellte die Ergebnisse der Bürgerbefragung am 30. Juli 2026 in Berlin vor. Nur noch 17 Prozent der Bürgerinnen und Bürger trauen dem Staat zu, seine Aufgaben erfüllen zu können. Die Beschäftigten genießen trotzdem weiter ein hohes Ansehen. Das sind zwei zentrale Ergebnisse der Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2026, deren Implikationen die Politik zum Handeln zwingen. Der dbb Bundesvorsitzende Volker Geyer sieht in den Ergebnissen der Umfrage eine „Katastrophe und einen Weckruf für die Bundesregierung“. Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates sei auf einen neuen Tiefststand gefallen, die Politik müsse handeln, um diesen Sinkflug zu stoppen. Für den weiteren Vertrauensverlust gegenüber dem Vorjahr machen die Befragten jedoch nicht die Beschäftigten im öffentlichen Dienst verantwortlich, sondern die Politik. „Die Bundesregierung ist am Zug. Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland erwarten Reformen, die sich positiv auf ihr Leben auswirken, die Wirtschaftswachstum schaffen, die Sozialsysteme stärken und dafür sorgen, dass der Staat wieder besser funktioniert“, sagte Geyer zur Veröffentlichung der Umfrage am 30. Juli 2026 in Berlin. Bürgerinnen und Bürger priorisieren demnach Wirtschaftswachstum, Verbesserung der Infrastruktur sowie soziale und Arbeitsplatzsicherheit, sehen in den entsprechenden Reformen aber zu wenig Fortschritt. Beim Thema Migration und innere Sicherheit dagegen hat sich die Lage im vergangenen Jahr entspannt. „Vielleicht liegt hierin auch eine Botschaft an die Politik. Durch konsequentes Handeln kann der Negativtrend in den Umfragen tatsächlich gestoppt werden“, so der dbb Chef. Reformen greifen zu kurz Zum ersten Mal seit Beginn der Befragung gibt mehr als die Hälfte der Deutschen an, dass sich die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes verschlechtert habe (51 Prozent). Für Geyer liegt das vorrangig an der steigenden Aufgabenlast, fehlendem Personal und veralteter Ausstattung. „Wir warnen seit Jahren davor, dass die Schere zwischen Anforderungen und Kapazitäten immer weiter auseinandergeht.“ Trotzdem produziert die Politik immer mehr Aufgaben, die die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zusätzlich erfüllen müssen. „Wir brauchen jetzt eine konsequente Aufgabenkritik des Staates. Die Politik muss mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren, welche Leistungen der Staat überhaupt noch erbringen kann und soll und welche eben nicht mehr.“ Verbesserungen versprechen sich die Bürgerinnen und Bürger durch eine Verringerung und Vereinfachung der vielen Vorschriften (86 Prozent), eine deutliche Verkürzung der Bearbeitungszeiten (78 Prozent) und mehr digitale Behördendienstleistungen (72 Prozent). „Hier ziehen Beschäftigte sowie Bürgerinnen und Bürger an einem Strang: Alle wollen mehr Digitalisierung und weniger ausufernde Bürokratie“, unterstrich Geyer. Die generelle Unzufriedenheit mit der „Performance“ des Staates legen die Bürgerinnen und Bürger allerdings weiterhin nicht seinen Beschäftigten zur Last. „Aus unserer Sicht einer der wenigen Hoffnungsschimmer der Umfrage. Die Berufsbilder der Beschäftigten im öffentlichen Dienst liegen weiterhin auf den Top Plätzen im Beruferanking“, hob Geyer hervor. „Auch das Beamtenimage bleibt nach wie vor eher von positiven Zuschreibungen wie verantwortungsbewusst, pflichtbewusst und zuverlässig geprägt.“ Digitalisierung beschleunigen Die Befragten sehen zwar großes Potenzial im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung, empfinden diese aber als zu langsam und nicht umfassend genug. Wie bereits im vergangenen Jahr meint weiterhin etwas mehr als die Hälfte der Bundesbürger 14 AKTUELL vbob Magazin | dbb seiten | September 2026
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