vbob Magazin 9/2026

(54 Prozent), dass die zunehmende Digitalisierung die Leistungsfähigkeit des Staates viel oder sehr viel verbessern werde. Unverändert 43 Prozent sind in dieser Frage weiterhin skeptisch und glauben an geringe Verbesserungen der Leistungsfähigkeit durch die Digitalisierung. Als Hauptgründe für die schleppende Digitalisierung nennen sie vor allem eine mangelnde Kooperation zwischen den föderalen Ebenen und zu hohe Datenschutzanforderungen. Dem neuen Digitalministerium traut bislang nur ein Fünftel zu, in den nächsten Jahren spürbare Fortschritte bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu erzielen. Überdies wissen viele nicht, welche digitalen Bürgerdienste sie in Anspruch nehmen können. Nur ein Drittel der Befragten (33 Prozent) weiß im Großen und Ganzen, welche Behördendienstleistungen, die für ihre Belange wichtig sind, in ihrer Stadt oder Gemeinde online erledigt werden können. Zwei Drittel (67 Prozent) wissen das nicht so genau. Am schlechtesten informiert fühlen sich in dieser Frage die unter 30 Jährigen sowie Befragte mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Auch von den im öffentlichen Dienst Beschäftigten hat weniger als die Hälfte einen Überblick darüber, welche für sie wichtigen Behördendienstleistungen online erledigt werden können. Auf die Frage, wie sie den aktuellen Stand der Digitalisierung von Staat und öffentlicher Verwaltung mit einer Schulnote bewerten würden, vergeben die Befragten eine Durchschnittsnote von 4,0. Kaum besser fällt die Bewertung zum Stand der Digitalisierung bei den öffentlich Bediensteten mit einem Wert von 3,9 aus. Die Hälfte der Bundesbürger hält es für grundsätzlich richtig, wenn in der öffentlichen Verwaltung künftig Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) eingesetzt würden, etwa zur Vereinfachung von Abläufen oder bei der Vorprüfung von Anträgen. 44 Prozent hätten dagegen eher Bedenken. Jüngere zeigen sich dem Einsatz von KI in Behörden gegenüber etwas aufgeschlossener als Ältere. Die Anhänger von CDU/CSU, SPD und Grünen sind dafür deutlich aufgeschlossener als die Anhänger der Linken und der AfD, die einen Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung mehrheitlich ablehnen. Beliebte Berufe Wie bereits in den vergangenen Jahren wird das „Berufe Ranking“ auch aktuell von den Feuerwehrleuten angeführt, von denen 94 Prozent der Befragten ein sehr hohes Ansehen haben. Es folgen im Ansehensranking Krankenpflegekräfte (91 Prozent), Altenpflegekräfte (88 Prozent) sowie Ärztinnen und Ärzte (84 Prozent). Polizistinnen und Polizisten haben bei 80 Prozent, Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten oder der Kita bei 77 Prozent und Müllmänner und frauen sowie Richterinnen und Richter bei jeweils 70 Prozent ein hohes oder sehr hohes Ansehen. Von Beamtinnen und Beamten haben aktuell 33 Prozent ein hohes bis sehr hohes Ansehen. Das geringste Ansehen haben wie bereits im vorigen Jahr Mitarbeitende in einer Telefongesellschaft (12 Prozent), Politikerinnen und Politiker (7 Prozent), Versicherungsvertriebler (6 Prozent) und Mitarbeitende einer Werbeagentur (5 Prozent). Den größten Ansehensgewinn verzeichneten erneut Unternehmerinnen und Unternehmer mit plus 3 Prozentpunkten. Das Vertrauen in Politikerinnen und Politiker ist dagegen um 4 Prozentpunkte gesunken. _ Im Auftrag des dbb beamtenbund und tarifunion hat die forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH auch im Jahr 2026 untersucht, wie der öffentliche Dienst und seine Leistungen von den Bürgerinnen und Bürgern in der Bundesrepublik wahrgenommen werden. Die Erhebung fand im Juli 2026 statt. Befragt wurden 2018 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger. Wie bereits seit 2020 wurde die Erhebung online mithilfe des forsa.omninet Panels durchgeführt, einem für die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren repräsentativen Panel mit derzeit über 150 000 Teilnehmern. Die Auswahl der Befragten erfolgte offline nach einem systematischen Zufallsverfahren, das sicherstellt, dass die befragten Bürgerinnen und Bürger ein Spiegelbild der Gesamtbevölkerung in Deutschland darstellen. Die Datengrundlage Die Bürgerbefragung 2026 im Download: t1p.de/befragung2026 Webtipp Bewertung des aktuellen Stands der Digitalisierung von Staat und Verwaltung Für den aktuellen Stand der Digitalisierung von Staat und öffentlicher Verwaltung vergeben die Schulnote (Mittelwert): insgesamt 4,0 Ost 4,0 West 4,0 18 bis 29 Jährige 4,0 30 bis 44 Jährige 4,0 45 bis 59 Jährige 4,1 60 Jahre und älter 4,0 Im öffentlichen Dienst Beschäftigte insgesamt 3,9 Beamte 3,8 Tarifbeschäftigte 3,9 Ortsgröße (Ew.) unter 5 000 3,9 5 000 bis unter 20 000 4,1 20 000 bis unter 100 000 3,9 100 000 bis unter 500 000 4,0 500 000 und mehr 4,0 Anhänger der CDU/CSU 3,7 SPD 3,7 Grünen 4,0 Linke 4,3 AfD 4,3 AKTUELL 15 vbob Magazin | dbb seiten | September 2026

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